Tipps zur Abiturzeitung

Planung
Einer der wichtigsten Punkte dürfte wohl sein: "Wann fangen wir an?"
Darauf können wir euch schon mal (aus eigener Erfahrung) eine Antwort geben:
Wir haben ziemlich genau ein halbes Jahr vor dem Abitur damit angefangen. Im Nachhinein betrachtet war es schon ein ziemlicher Stress - vor allem gegen Ende - aber machbar ist eine gute Abizeitung in dieser Zeit schon (schlechtere benötigen natürlich weniger Zeit...*grins*).

Sollte die Abizeitung aber wirklich mit den anderen beiden Bereichen Abi-Scherz und Abi-Denkmal abgestimmt sein, sollte am besten ein Jahr vorher das Thema festgesetzt sein. Auf jeden Fall kann man gar nicht ZU früh beginnen!

Natürlich kommt das auch immer auf den Jahrgang und euere Kameraden an, aber rechnet einfach mal grundsätzlich mit wenigen Vorschlägen, elendig langen Wartezeiten bis Fragebögen zurückkommen und der generellen Ablehnung einen Artikel zu schreiben.

Bevor es aber wirklich los geht, muss man erst einmal ein paar liebe Mitschüler um sich versammeln, die nix anderes zu tun haben als einen Artikel für die Abizeitung zu schreiben. Wobei, ... mal ehrlich, meistens bleibt es nicht bei einem Artikel.

Zudem sollte es ein paar wenige geben (etwa zwei bis drei), die das ganze überwachen und leiten (man könnte sie auch Chefredakteure nennen). Achtet dabei aber darauf, dass sich dann nicht alle auf eben diese paar Leute verlassen und sich möglichst viele nach Möglichkeit einbringen! Auch sollte man so eine Art Abteilungsleiter ernennen, die von ihrer Abteilung (Texte, Layout, Bilder / Photos etc.) nach Möglichkeit wenigstens ein bisschen Ahnung haben.

Werbung und Finanzierung
Je früher ihr anfangt Werbepartner zu suchen, desto besser!!!
Das reduziert nämlich im Endeffekt den Preis, den ihr euren Käufern für die Abizeitung abnehmen müsst um eure Ausgaben zu decken (mit ca. 2.000 EUR seid ihr bei 150 Seiten und einer Auflage von 500 Exemplaren gut dabei - einige Druckereien verlangen aber weitaus mehr!). Und je billiger ihr eure Abizeitung anbieten könnt, desto besser verkauft sie sich auch! Zudem werdet ihr auf die Werbeeinnahmen angewiesen sein. Am besten ist es, die Zeitung mittels Werbung komplett zu finanzieren und sich nicht auf eventuelle Verkaufseinnahmen zu verlassen. Ist die Zeitung nämlich nicht bereits vollständig schuldfrei, müsst ihr den Verkaufspreis anheben und die Schüler nehmen euch weniger Zeitungen ab. Bei uns hat sich der Dumping-Preis bewährt, wir konnten fast alle Zeitungen an den Mann bzw. die Frau bringen.

Layout
Nachdem nun einmal alle Aufgaben verteilt sind (und verteilt sie gut!!!) und so gaaanz langsam mal Material bei euch eintrudelt, stellt sich natürlich die Frage, wie man das Ganze in ein ansprechendes Format bringt.
Natürlich kann man eine Abizeitung auch mit Word layouten. Aber es schaut dann halt eigentlich immer furchtbar aus!
Darum wollen wir euch mal eine kleine Stellungnahme zu ein paar Programmen fürs Layout und das Drumherum bieten, die wir u.a. auch verwendet haben:

Corel Draw - alternativ OpenOffice Draw
Nein, ich muss euch widersprechen! ;-) Corel Draw ist nicht grundsätzlich schlecht und umständlich. Allerdings solltet ihr vor der Abizeitung schon mal ein wenig damit gearbeitet haben, denn - und das gebe ich zu - wenn man noch nie damit gearbeitet hat, wird euch sicherlich erstmal gar nichts gelingen.
Wenn ihr aber mal diese Hürde genommen habt, kann es euch schon einige nützliche Dinge bieten.
Ein großes Plus sind die großen Clip-Art Datenbanken, Hintergründe, Muster und Spezialeffekte. Schon mal einen Pinsel bewegt und es bilden sich durch Zauberhand Gras, Blätter und Pilze und kreieren einen verblüffend 3-dimensionalen Untergrund?
Ein weiteres großes Plus ist die Fähigkeit zur Vektorgrafik.
Anders als in Paint (okay ein schlechtes Beispiel) oder Publisher werden von euch erzeugte (!) Objekte nicht durch Pixel dargestellt, sondern als genau definierte Flächen.
Das ermöglicht euch ein Zoomen ohne Schärfe-Verlust! Wofür man das braucht? Wenn ihr ein Logo für euere Titelseite entwerft, dann sollte das gut ausschauen. Und das bedeutet, dass ihr nicht einfach was aus dem Internet kopieren könnt (Copyright lassen wir hier mal raus). Tatsächlich ist es am besten, wenn ihr ein scharfes Bild wollt, das Logo nachzubauen - was natürlich den Vorteil hat, das man das ganze seinen Wünschen nach verändern kann.
So könnt ihr euch zum Beispiel mal das Logo anschauen, das sich ganz oben auf der Seite in der Mitte des Banners befindet (in groß schauts natürlich besser aus ;-)). Kommt es euch irgendwie bekannt vor? Im Logo ist aber kein Element des Original-jpgs enthalten - es ist komplett in Corel Draw entstanden.
Natürlich gibt es beim Corel Draw auch einen Schwachpunkt:
Für einfache Sachen ist es zu kompliziert/umständlich.
Ich möchte nicht behaupten, dass man damit nicht genauso schöne Schmuckleisten wie dem Publisher erstellen kann, aber wenn man sich nicht ausführlich damit beschäftigt hat, ist es im Publisher schneller umzusetzen.
Fazit:
Für hohe Detailgenauigkeit-brauchende Seiten ein sehr gutes Tool - Seiten, die schnell fertig sein sollen, solltet ihr mit anderen Programmen machen.

Publisher
Eigentlich sollte man ja für eine Zeitung ein DTP-Programm benutzen (Desktop-Publishing), z.B. Adobe Pagemaker etc. Aber für solche Programme wird wohl keine Redaktion einer Abizeitung Geld haben. Mit solchen Desktop-Publishing-Programmen hat der Microsoft Publisher dann aber eigentlich nur den Namen gemeinsam. Denn eigentlich weiß keiner so genau, wofür der Publisher eigentlich genau gedacht ist!
Auf jeden Fall haben einige Mitglieder unserer Redaktion gute Erfahrungen damit gemacht, weil er einfach einfacher (Wortspiel!*grins*) zu bedienen ist als z.B. CorelDraw ohne entsprechende Einarbeitungszeit, die ihr nicht haben werdet! Man kann Text- und Grafik-Kästen nach Belieben auf die Seite setzen und alles schön zusammenstöpseln. Insgesamt gestaltet sich so das Layout relativ leicht. Allerdings stößt man auch schnell an Grenzen, wenn man z.B. millimetergenau skalieren will.
Die Vorteile gegenüber anderen Programmen liegen vor allem darin, dass der Publisher unkompliziert arbeitet. Man schreibt seine Texte wie in Word, stellt Grafiken aus der ClipArt-Gallery oder eigene Fotos dazu und so bringt man innerhalb kurzer Zeit viel aufs Papier - vorausgesetzt ihr habt ein paar fleißige Artikelschreiber... Auch gibt es keine Probleme, dass man wie z.B. in CorelDraw immer zwischen Text- und Grafik-Modus hin- und herschalten muss, denn sowas gibt es bei Microsoft nicht... :-)
Fazit: Wer sich also schon gut mit Microsoft-Office-Produkten auskennt, der ist beim Microsoft Publisher genau an der richtigen Adresse. Generell sollte man sowieso Programme benutzen, mit denen man selbst gut umgehen kann - dann spart ihr euch viel Ärger mit euren Rechnern!

Druck und Verkauf
Wenn ihr dann alles zusammen habt (schön gelayoutet natürlich), wird es langsam interessant. Die fertige CD ist in der Druckerei und es beginnt die schreckliche Wartezeit, ob denn nun auch alles so wird, wie man es sich vorgestellt hat. Informiert euch auch am besten schon beim Einholen der Druckerei-Angebote, ob die Firmen auch rechtzeitig fertig werden! Es gibt nämlich günstige Druckereien, die es dann mit dem Auslieferungstermin nicht ganz so genau nehmen.

Letztendlich kann man nur allen Abizeitungsmachern sagen: Egal, wie das Projekt letztlich läuft - man lernt auf jeden Fall viel fürs Leben (positiv wie negativ)!